hyperthermie
Hyperthermie - qualifizierte Therapie durch Hyperthermie, Ganzkörperhyperthermie, Lokoregionale Hyperthermie
2.
die systemische, moderate Ganzkörper-Hyperthermie (GKHT)
Hierbei
wird der ganze Körper mittels reflektierter Infrarotstrahlung erwärmt, wobei
Rektaltemperaturen bis maximal 40,5°C angestrebt werden.
Indikationen:
Die
moderate Ganzkörper-Hyperthermie wird in der
Onkologie
angewandt bei Tumorpatienten nach erfolgter Primärbehandlung im tumorfreien
Stadium zur Erhaltung bzw. Verbesserung der Lebensqualität, d.h. zur
Immunstimulation, Immunmodulation, Schmerzreduktion, "Entgiftung" und
Entschlackung, Verbesserung der Stimmungslage (antidepressive Wirkung) sowie bei
Tumorprogreß zur Wirkungsverstärkung bestimmter Chemotherapeutika.
Im
nicht onkologischen Bereich ist die Hyperthermie außerdem wirksam bei chronisch
entzündlichen Erkrankungen des Verdauungstraktes (z.B. M.Crohn), bei
degenerativ bedingten Gelenkveränderungen
(z.B. Arthrosen), Fibromyalgie, chronischen Rückenschmerzen und
Muskelverspannungen besonders im Bereich tiefer liegender Muskeln wie z.B. der
Becken- oder Lumbalregion, bei verschiedenen Hauterkrankungen (Neurodermitis,
Psoriasis, Akne). Weitere Indikationen:
Bluthochdruck,
Durchblutungsstörungen, rheumatische und allergische Erkrankungen .
Kontraindikationen:
Allgemein
entsprechen die Kontraindikationen der moderaten Ganzkörper-Hyperthermie denen
von Überwärmungsbädern und Saunagängen.
Absolute
Kontraindikationen: Schwangerschaft, akute Entzündungen, Lungentuberkulose,
koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, schwere Herzrhythmusstörungen,
Thrombose, Marcumartherapie, Leberzirrhose, etc. Im Einzelfall werden im
Aufnahmegespräch zu erwartende Komplikationen und individuelle Risiken
besprochen. Nach über 6-jähriger Erfahrung mit dieser Behandlungsmethode
traten bei uns unter Beachtung der Kontraindikationen bisher keine ernsthaften
Komplikationen auf.
Wirkung:
Die
moderate Ganzkörper-Hyperthermie ist eine insgesamt gut verträgliche Überwärmungstherapie,
bei der mittels Infrarot-A-Strahlung die Körperkerntemperatur
schonend und berührungsfrei auf 38,5 bis maximal 40,5°C erhöht wird. Bei
einer milden Ganzkörper-Hyperthermie werden (bei verschiedenen chronischen
Erkrankungen) Hyperthermie-Behandlungen mit Rektaltemperaturen bis maximal 38,5°C
durchgeführt mit entsprechend kürzeren Behandlungszeiten.
Das
sog. "Überwärmungsbett" (nach Heckel) besteht aus einem Strahlergehäuse mit 4
einzeln zuschaltbaren Infrarot-A-Stahlern, welche mit speziellen Reflektorflächen
versehen sind und so eine totale Reflexion der Strahlung ermöglichen.
Der
Patient liegt hierbei in einer flexiblen Kabine aus wärmedämmenden, innen
verspiegelten Folien, die mit Klettverschlüssen abgedichtet werden und
jederzeit von innen (durch die PatientInnen) oder von außen durch den/die
BehandlerIn geöffnet werden können. Eine durchsichtige Öffnung im Kabinendach
reguliert die Luftzufuhr und ermöglicht Sicht- und Sprechkontakt Der Kopf
des/der PatientIn kann im Einzelfall (z.B bei Angstzuständen) auch außerhalb
der Kabine gelagert werden.
Während
der Behandlung wird der/die PatientIn kontinuierlich überwacht: Körpertemperatur,
Blutdruck, Pulsfrequenz und
Sauerstoffgehalt des Blutes werden während der Bestrahlungsphase (die in Abhängigkeit
von der individuellen Verträglichkeit 60 bis 90 Minuten dauert) regelmäßig
gemessen. Gleichzeitig erhält er zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes Getränke
sowie Sauerstoffinhalationen bei Bedarf; die
Befindlichkeit wird durch das betreuende Personal während des gesamten
Behandlungszeitraumes „kontrolliert“,
Erfahrungsgemäß
wird nach etwa 30 Minuten eine Erhöhung der Körperkerntemperatur um ca. 1°C
erreicht. In der anschließenden Wärmestauphase wird der/die PatientIn in
Baumwolllaken und die thermoisolierende Abdeckfolie der Wärmekabine eingehüllt,
wobei in einem Zeitraum von 2 bis 3 Stunden ein weiterer Anstieg der Körpertemperatur
um ca. 1°C erreicht wird ohne dass erneut Wärme von außen zugeführt werden
muss. Nach Erreichen der (individuell unterschiedlichen) Maximaltemperatur, die
möglichst lange gehalten werden sollte (sog. Plateauphase), sinkt die Körpertemperatur
langsam wieder ab. In dieser Phase befinden sich die meisten PatientInnen in
einem Zustand der Entspannung verbunden mit einem hohen Schlafbedürfnis, das
bei gleichzeitig guter Stimmungslage in der Regel bis zum nächsten Tag
(manchmal auch länger )anhält.
Während
der Dauer der Behandlung (insgesamt ca. 5-6 Stunden) werden auf Wunsch
Entspannungsmusik bzw. andere Entspannungsverfahren (z.B.
Visualisierungsverfahren wie Simontonübungen u.a.) angeboten. Bei
entsprechender Indikation sind auch psychotherapeutische Gespräche möglich und
hilfreich.
Moderate
Ganzkörper-Hyperthermie-Behandlungen werden in der Habichtswaldklinik sowohl
unter stationären Bedingungen 1-2x/Woche über 4-6 Wochen (8-10 Behandlungen)
als auch ambulant durchgeführt. Innerhalb eines Jahres sollte eine
Behandlungsserie wiederholt werden.
Zusätzlich
zu den bisher aufgeführten
internistisch-onkologischen Behandlungsindikationen kann die Ganzkörper-Hyperthermie
im Sinne eines körperorientierten Verfahrens bei psychotherapeutischen
Behandlungen unterstützend wirken (insbesondere bei tiefenpsychologisch
orientierter Psychotherapie).
Beobachtungen
In
der Regel wird die milde (bis 38,5°C), aber auch die moderate Ganzkörper-Hyperthermie
(bis maximal 40,5°C) insgesamt als sehr angenehm empfunden. Trotz
kurzzeitig auftretender Stressgefühle
in der Aufwärmphase berichten die meisten PatientInnen nach der Behandlung über
allgemeines Wohlbefinden, verminderte Schmerzen, normale Blutdruckwerte,
Entspannungsgefühle und guten, erholsamen Schlaf (insbesondere bei
vorbestehenden Schlafstörungen). Die BehandlerInnen
erleben die PatientInnen während und nach der Hyperthermie-Behandlung
oft gelöster, mitteilsamer und zugänglicher; nur sehr wenige brechen die
Behandlung wegen unangenehmer Wirkungen oder Angstgefühlen ab.
Das
Überwärmungsbett wird hierbei oft als schützender Raum empfunden; die
medizinische Überwachung und die Anwesenheit einer Schwester bzw. der
BehandlerInnen bieten zusätzliche Sicherheit. Unter diesen Bedingungen werden
mit zunehmender Wärmeempfindung häufig unterschiedliche Gefühlsqualitäten
erlebt, die sich auf die Wahrnehmung der eigenen körperlichen und seelischen
Befindlichkeit beziehen. Gleichzeitig können manche PatientInnen vergangene,
oft belastende Lebenssituationen leichter
erinnern; ggf. kann hier bei Bedarf eine psychotherapeutische Behandlung
kombiniert oder nachfolgend eingeleitet werden.
Mit den
besten Wünschen für Ihre Gesundheit